Ganesh’s Besuch bei den Bergpiraten

Beginn einer nepalisch – deutschen Bergfreundschaft

Nachdem wir mit nur einem Träger Anfang Oktober 2012 den Annapurna Circuit mit der Thorong La Überschreitung (5416 mNN)  absolviert hatten, stand unser Entschluss fest auch sofort noch das EBC (Everest Base Campe 5364 mNN) zu besuchen. Bedingt durch die Anreise über Lukla war uns klar, ohne Bergführer ließ sich dies nicht so schnell bewerkstelligen. Nach unserer Rückkehr von Pokahra ging es abends noch in Kathmandu von Trekking Agentur zu Trekking Agentur, um am nächsten Morgen bereits den Flug nach Lukla anzutreten. Auch mussten die Wandergenehmigungen in ein paar „Nachstunden“ bereitgestellt werden. Am Ende blieb nur „Outdoor Himalaya“ übrig, die dies bewerkstelligen konnten. Ohne es zu wissen bekam Ganesh, der auch an diesem Tag erst von einer schweren Bergtour zurückgekommen war, die Aufgabe zwei ältere Leutchen zum EBC zu begleiten. Ihm wurde aber sofort zugesichert, dass die Wanderung sicher schon vorher abgebrochen würde und er nach kurzer Zeit wieder zurück wäre. In einem kurzen Gespräch wurde uns Ganesh vorgestellt und die Abreise für den nächsten Morgen bestätigt. Breits 7:00 Uhr in der Früh trafen wir uns mit Ganesh am Flughafen Kathmandu und konnten das erste Mal ein paar Worte miteinander wechseln. Ihm wurde sofort klar, dass gegenseitiger Respekt für uns die Basis einer derartigen Unternehmung war. Wir können bis heute konstatieren, dass dies das Fundament unserer engen Bergfreundschaft bildet. Nach dem etwas gewöhnungsbedürftigen Flug  auf die „Landeklippe“ von Lukla starteten wir sofort unsere Tour in Richtung EBC. Von Zeit zu Zeit kam von Ganesh die Anfrage ob es uns gutgeht oder ob wir doch lieber umdrehen sollten. Nach 5 Tagen Wanderung und nur noch einen Tag vom EBC entfernt in Dughla bemerkten wir, dass sich Ganesh seine „neuen“ Schuhe bereits auflösten und seine Füße fürchterlich aufgerieben waren. Für uns war klar Ganesh braucht einen Tag Pause!!!! Wir schlugen ihm vor, die letzte Etappe alleine zu gehen, zumal sich der Ghumbu Gletscher bereits soweit zurückgezogen hatte, dass wir mit ihm nicht in Berührung kommen würden. Natürlich lehnte Ganesh ab. Nach zäher Verhandlung und unserem störrischen Auftreten stimmte er schließlich zu.  Wir erinnern uns heute noch gerne mit ihm an dieses Ereignis und schmunzeln immer wieder über diese wunderschöne Episode.      

Profi

Besuch der Alpen vom 22.10.-26.10.2018

Nach dem Stiftungsfest der Bergpiraten hieß es für Ganesh die Sachen packen, und sich mit uns auf den Weg nach Südwestdeutschland zumachen. Natürlich war es für ihn ein „Muss“ die Alpen zu besuchen, um einen kleinen Eindruck zu bekommen, wo das alpine Bergsteigen einen seiner Ursprünge hatte. Daher war er auf Deutschlands höchsten Berg die Zugspitze ein wenig gespannt. Mit etwas Erstaunen stellte er fest, dass wir mit der Seilbahn von Ehrwald aus den Gipfel in 10 Minuten erreicht hatten. Das winterliche Wetter mit bereits Schnee auf 2900 m war für ihn zu dieser Jahreszeit ungewohnt, da in Nepal dies erst ab 6000 m Höhe zu erwarten ist. Naja wir leben eben doch ein bisschen nördlicher. Die Abfahrt zum Zugspitzplatt und das Kennenlernen von Pistenbully’s war schon ein Erlebnis. Mit der Zahnradbahn ging es dann durch den Berg hinunter zum Eibsee. Die anschließende Wanderung zurück nach Erwald hat unserem Ganesh wenigstens einen kleinen Eindruck unserer Trekking – Routen vermittelt. Am nächsten Tag wollten wir einen Alpengletscher besuchen, der uns bis über 3000 m hinaufführen sollte. Leider waren die Wetterverhältnisse recht ungünstig, so dass wir zwar zum Pitztaler Gletscher mit dem Pitzexpress hinaufsausten, jedoch Schneetreiben und starker Wind hinderte uns daran, den Hinteren Brunnenkogel zu erreichen. Nun gut, die Erfahrung des Gletschers war bereits sehr beeindruckend, so dass wir ohne Enttäuscht zu sein die Heimreise angetreten haben.              

Astrid

27.10.2018 Wehlen – Buschholzhütte 

Zu unserer großen Freude ließ es sich einrichten, dass unser Bergfreund Ganesh auch die Hütte in Wehlen besuchen konnte. Ein straff durchorganisierter Programmzeitplan erlaubt keine großen Änderungen. Gemeinsam sind sieben Bergpiraten (Ganesh, Andrè, Sabine, Thomas, Conny, Christina, Hardy) über den Steinrücken, am Steinernen Tisch vorbei zur Bastei gewandert. Leider zeigte sich die Sonne nicht und es war doch recht frisch. Unserem Ganesh macht solches Wetter gar nichts aus, da ist er anderes gewöhnt. Der Blick in den Wehlgrund und ins Elbtal waren für ihn doch sehr faszinierend und eindrucksvoll. Was gehört noch zur Rathenrunde? Natürlich eine Einkehr beim Hermann. Hier stärkten sich die Wanderer und Ganesh verputzte eine große Schüssel Makkaroni mit allem drum und dran. Anschließend ging es den Radweg an der Elbe entlang nach Wehlen zurück. Auf der Hütte trafen im Laufe des Nachmittages weitere Gäste ein (Axel, Beate, Ulrike, Joachim, Uli, Profi, Astrid und unsere beiden Nachbarn Thomas und Kevin) so kommen wir auf 16 Bergfreunde. Der Nachmittag wurde wie in Bergpiratenkreisen gewohnt, erst mit Kaffee und Keksen eröffnet, später gab es auch noch andere Getränke! Ein neues Bergpiratenmitglied konnte in diesem Kreise gewonnen werden, es ist Andrè Bauch aus Berggießhübel, gemeinsam mit uns war er 2017 in Nepal. Uli und Christina zauberten wieder bergeweise Grillgut zum Verzehr auf den Tisch. Viel blieb nicht übrig, Ganesh hatte mächtig Hunger. Bei schöngeistigen Getränken und sehr angeregten Unterhaltungen wurde für nächstes Jahr wieder eine Reise nach Nepal ins Leben gerufen. Auch der schönste Abend geht mal zu Ende. Wir danken allen, die gekommen sind, für die schönen gemeinsamen Stunden.

Christina und Hardy

28.10.2018 Festung Königstein

Am Sonntag, den 28.10.2018 haben wir ganz gemütlich Ganesh in Langhennersdorf zusammen mit Katrin und Ingo bei Profi und Astrid abgeholt. Die Freude des Wiedersehens war groß und gern hätten wir noch länger alle zusammen gesessen und schon mal die Planung für 2019 weiter gesponnen, aber die beiden mussten dann noch nach Ulm zurück, so dass wir uns gegen 11:30 Uhr auf den Weg gemacht haben. Wir besuchten die Festung Königstein – das riesige Weinfass und der sehr tiefe Brunnen beeindruckte Ganesh sehr. Der nette Museumswärter hat auch extra für uns nochmal Wasser in den Brunnen fließen lassen und gespannt wurde dann bis 16 gezählt – auf englisch, deutsch und Nepali. Durch die ganz gute Sicht konnten wir ihm die umliegenden örtlichen Gegebenheiten gut erklären und nach einer kurzen Rast mit heißem Tee machten wir uns wieder auf dem Rückweg. Zum Aufwärmen besuchten wir die Landbäckerei Schmidt, wo Ganesh sich über der ganze Torten- und Kuchenauswahl begeistert äußerte. Die Erläuterung von typisch deutschem Quarkkuchen und Stollen war schon ziemlich lustig und eine kleine Herausforderung. Ganesh probierte zum ersten Mal Flammkuchen und ganz mutig ein kleines Stück von Tims Zupfkuchen – herzallerliebst sein Mut. Mit gefülltem Magen fuhren wir zu Katrin und Ingo und schauten eine tolle Nepal-CD. Am Abend ging es nach Dresden, wo Tim mit Ganesh die ersten Bierverkostungen vornahm. In recht heiterer Runde kochten wir gemeinsam Kürbisssuppe und ließen den Abend mit tollen Gesprächen ausklingen.

Tim & Susi

29.10.2018 Dresden

Am Montag, den 29.10.2018 stand ein Rundgang durch Dresden auf dem Plan. Dort besuchten wir die Prager Straße, die Frauenkirche, Kreuzkirche, Altmarkt, Schlosshof, Fürstenzug, Hofkirche, Zwinger und die Semperoper. Leider war das Wetter nicht zu optimal, so dass wir ab und an nach innen flüchten mussten. Als Höhepunkt ließen wir uns 1,5 Stunden auf der Gräfin Cossel bis zum Blauen Wunder und zurück schippern. Da alle Erläuterungen auch auf englisch wiederholt wurden, lernte nicht nur Ganesh neue Dinge, sondern wir gleich mit. Die erste Schifffahrt seines Lebens meisterte Ganesh perfekt…. Heimwärts machten wir uns noch in zahlreichen Geschäften auf die Suche nach einem schönen Geschenk für die liebe daheimgebliebene Ehefrau. Abends war relaxen angesagt und Ganesh zeigte uns tolle Bilder der vergangen Tage und von seinen Wanderungen aus Nepal. Als weiteres kulinarisches Experiment verkosteten wir mit Ganesh Erdbeerglühwein, was ihm glaube ich ziemlich gut schmeckte, denn am nächsten Abend (nach dem Besuch in Prag) , köpften wir direkt die 2. Flasche. Ach so… und an diesem Abend lernte Ganesh auch gleich noch das Kartenspiel “ Wizzard“ – und Mann kann schon sagen – bluffen und zocken kann er ziemlich gut .

Tim & Susi

30.10.2018 Prag

Am 30.10.2018 fuhren wir, Ganesh, Tim und Ingo mit dem Zug 7:08 Uhr ab Dresden nach Prag. Wie bekannt wurde, sind die Reisenden sogar bis zur Landesgrenze in der ersten Reihe mitgefahren! Melde hiermit auch Interesse an, hg.
Dort angekommen, bummelten wir über den Wenzelsplatz zur Karlsbrücke.
Von dort ging es hoch zur Prager Burg, wo wir uns die Wachablösung anschauten.
Über eine andere Brücke ging es zurück zum Wenzelsplatz. Dort sahen wir zur vollen Stunde bei einem Kaffee die 12 Apostel der Prager Rathausuhr an. Zum späten Mittag ging es ins U Fleku, wo es Gulasch mit Knödel, Schwarzbier und einen Becherovka gab. Ob das unserem Ganesh gut bekommen ist? Ich hoffe es.
Mit dem Zug fuhren 16:32 Uhr nach Dresden zurück.

Ingo

31.10.2018 Berlin

Unser Ganesh hatte einen großen Wunsch. Er wollte gern Berlin mit eigenen Augen sehen. Dieser Wunsch wurde ihm von Andre und Sabine gern erfüllt. Am zeitigen Morgen ging es auf Tour. Mit von der Partie waren noch Conny, Katrin und Ingo. Ich bin dann in Berlin zu der Gruppe gestoßen. Der Reisewagen wurde in Marienfelde abgestellt und weiter ging es mit der S-Bahn direkt in wenigen Minuten ins Zentrum der Stadt. Als erstes stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Selbst ich war sehr angenehm überrascht, was einem da geboten wurde. Die zwei Stunden Fahrt wurden von einer netten Reisebegleiterin in Deutscher und in Englischer Sprache kommentiert. Ich glaube es hat allen sehr gut gefallen. Der zweite Höhepunkt sollte der Fernsehturm werden, leider standen da die Besucher in sehr langen Reihen an und die Wartezeit war uns zu lang. Also wurde der Fernsehturm von unten bestaunt. Die Weltzeituhr war unser nächstes Ziel. Wer es noch nicht weis, unser Bergfreund Micha L. hat seinerzeit mit daran gebaut! Nun meldete sich ein kleiner Hunger, der gestillt werden musste. Unser Spaziergang führte uns unter den Linden entlang und anschließend weiter Richtung Brandenburger Tor. Die Zeit war schon wieder wie im Fluge vergangen und das Dal Bhat Essen bei Thomas in Dohna wartete auch noch an diesem Abend. 

Hardy

01.11.2018 Abschied

Die letzte Nacht verbrachte unser Ganesh bei Conny und Thomas in Dohna. Nach einem üppigen Dal Bhat Essen, zubereitet von Thomas, musste der Koffer noch für die Heimreise gepackt werden. Der Reisekoffer unseres Bergfreundes erwies sich als viel zu klein für die Heimreise. Mehrmals wurde umgepackt und Ingo lieferte seinen größten Koffer! Danke, kannst Du nächstes Jahr wieder mitnehmen.
Nach dem Frühstück ging es 11:00 Uhr mit Thomas und Ingo zum Bahnhof
nach Heidenau und dann zum Flughafen.
Das Einchecken verlief reibungslos und auch der Sicherheits-Check.
Er bedankte sich noch mal für die schöne Zeit bei uns.

Namaste Ingo

Ganesh ist wieder gut bei seiner Familie in Kathmandu angekommen und die Bergpiraten freuen sich schon auf eine neue Tour im nächsten Jahr in Nepal. Berg Heil                        

Namaste bis 2019 

2 Kommentaren

  1. Waren sicher sehr schöne Wochen für Ganesh. Er ist ja ganz schön rumm gekommen und hat mal eine ganz andere Kultur kennen gelernt. Habt euch sehr viel Mühe gegeben, um ihm den Aufenthalt so schön wie möglich zu gestalten. Einfach toll!!!

  2. Wir freuen uns, Ganesh kennengelernt zu haben. Er ist unkompliziert und sehr nett. Dass es mit Prag und Berlin noch geklappt hat, ist super und für Ihn sicher ein großes Erlebnis. Schade, dass für unsere alten Knochen die Berge in Nepal zu hoch sind.

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