SCHRAMMSTEINNACHT…

Es ist Samstag abend, der 06.09.2014, ein herrlicher, warmer Spätsommertag neigt sich seinem Ende zu. Die letzten Kletterer seilen ab von Drohne, Bergfex oder von der Tante, packen ihre sieben Sachen ein und eilen talwärts…

Nur drei, schon etwas in die Jahre gekommenen Haudegen vom Stamme der Bergpiraten verweilen noch hoch über dem Elbestrom, am urwüchsig herrlichem „Frühstücksplatz“, jenem Felsplateau oberhalb der Schrammsteintürme, vorgelagert den schwarzen Südwänden der oberen Torstein-Kette.

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Langsam aber stet neigt sich der Abend hernieder und Anfang September wird`s halt schon wieder gegen Acht, halb Neun dunkel.

Ein lauer Wind weht vom Winterberg herüber, streift den im Abendlicht dunklen, himmelwärts zeigenden Finger der „Tante“ und schüttelt leise die Äste der niedrigen Birken und Kiefern.

Die drei Bergfreunde richten sich ihr Nachtlager ein, die Isomatten werden ausgerollt, der Schlafsack bereit gemacht. Es ist wie vor gefühlten hundert Jahren als das Boofen noch mehr Tradition hatte und wir manche Nacht im Elbsandsteingebirge verbrachten.

Heute haben wir ganz besonders hohes Vertrauen in den Wettergott, denn hier liegen wir unter freiem Himmel, kein schützender Überhang gewährt uns Zuflucht falls der

„Gekrönte“ Tränen des Zorns über unser Tun ausgießen sollte…

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Es sei vorweg genommen, eine trockene, bis in die frühen Morgenstunden milde Nacht erwartet uns.

Zur Stunde hocken die drei auf einem umgeknickten Stamm einer Bergkiefer und vertilgen ihre mitgebrachten Leckereien. Ein paar Biere werden brüderlich aufgeteilt, ein Kräuterschnäpschen macht die Runde und einer zaubert noch kurz vorm Zapfenstreich 3

Piccolo-Sekt-Fläschchen aus dem Rucksack – der „Absacker“ schlechthin.

Die Nacht bricht dann doch sehr schnell herein und die Konturen der Felsen ringsum werden unscharf und tauchen in ein diffuses Licht. Von Schandau grüßt ein kleines Lichtermeer herauf und entlang der Elbe sendet so manch einsames Lichtpünktchen seine Signale in den nächtlichen Himmel.

Bald kriechen die Bergfreunde in ihre Schlafsäcke und die Dunkelheit und einzigartige

Stille legt sich wie ein Tuch über die erhabene Natur.

Am anderen Morgen, die Stunde noch früh, tappen schwere Bergstiefel umher, ein Tabakwölkchen fegt durch die Luft, aha, da pfeift doch einem die Lunge vor lauter frischer Luft.

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Schon bald klappert Kochgeschirr und wie es auch in vergangenen Zeiten war, brummt kurz darauf der Kocher vor sich hin und die Kaffeetassen werden gefüllt.

So schnell wie die Dunkelheit abends hereinbrach, so schnell beginnt der Kampf des Lichtes und gewinnt diesen scheinbar mühelos. Rauchiger Dunst steigt vom Fluss empor, die Böhmischen Berge grüßen in blassem rötlichem Schimmer herüber. Die Felsen erwachen aus ihrer Schwärze und nehmen wieder das sanfte und warme Graugelb des Sächsischen Sandsteins an.

Was fehlt den Dreien noch zum Glück? Natürlich – ein „Gippel“ !!!

Mit der Schartenkante am Saurier wird dieser Wunsch erfüllt, ein kleines Schmeckerchen im 3.Grad mit zauberhafter Aussicht zum Bloßstock und den Affensteinen…

Ist es nicht herrlich, wenn drei, zusammen über 200 Jahre alte Bergkameraden, deren Bergfreundschaft nunmehr seit 44 Jahren besteht, in freier und vertrauter Felsnatur nächtigen, gemeinsam noch auf Gipfeln stehen…..?!

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Lieber Gerhard, lieber Waldi – Dank für dieses schöne Wochenende in unserer

Bergheimat!

 

Berg-Heil

Peter

3 Kommentaren

  1. Solange wir gemeinsam die sächsischen Bergen genießen können und in unsere Felsenwelt fahren, wird es die Bergpiraten geben.

  2. Dem ist nichts hinzuzufügen, kann den Satz nur nicht bezogen auf den Beitrag einordnen… Es ist ein Unterschied, pflichtgemäß zur Klubtour zu erscheinen oder Dinge zu tun, die man lebt… und über die man berichtet – das tut nämlich kaum einer!

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