Nepaltrekkingtour 2017

Nepal vom 07.10.2017 bis 22.10.2017



Unsere An- und Abreise erfolgte diesmal von Prag über Dubai nach Kathmandu. Am Samstag, den 07.10.2017 trafen wir uns um 10 Uhr am Flughafen in Prag. Wir waren 11 Personen, Thomas und Conny, Tim und Susi, Kathrin mit Tochter Maria, André und Sabine sowie Hardy, Christina und Christiane. Später, am Ausgangspunkt unserer Trekkingtour stießen dann noch Jörg und Astrid zu uns, sie waren über Tibet eingereist.

Wir hatten einen angenehmen Flug nach Dubai, dort wurden wir beim Aussteigen kurz von den abartigen Temperaturen überrascht, aber es ging gleich in einen klimatisierten Bus. Da wir 14 Stunden Aufenthalt hatten, hatte Thomas für uns ein Hotel gebucht und auch einen Shuttle organisiert. Wir haben ganz gut geschlafen und konnten uns morgens mit einem reichlichen arabischen Frühstück stärken. Anschließend wurden wir vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Auch der zweite Flug verlief gut, die Achttausender konnten wir noch kurz vor Sonnenuntergang sehen. Am Flughafen in Kathmandu wurden wir am Sonntagabend von Ganesh mit einem großen Plakat mit unserem Bergpiratenemblem und Blumenkränzen begrüßt. Die Wiedersehensfreude war groß. Danach fuhren wir mit einem Kleinbus rein ins Gewühle von Kathmandu zum Hotel. Dort wurden einige organisatorische Dinge zur bevorstehenden Tour besprochen, Geld getauscht und was Essen wollten wir auch noch, es war schon ziemlich spät. Ganesh hat uns dann zu einer Gaststätte in der Nähe geführt, es gab für alle das Nationalgericht Dal Bath (Dal = Linse, Bath = Reis). Satt und müde mussten wir nun noch unser Trekkinggepäck zusammen packen.


Montag: 09.10.2017 von Kathmandu nach Shyaphru Besi 1460 m

Mit einem eigenen Bus wurden wir zum Ausgangspunkt unserer Trekkingtour transportiert, noch ahnten wir nichts Schlimmes. Vier Träger (Porter) fuhren schon mit, weitere 4 wurden unterwegs eingeladen. Bereits in Kathmandu bekamen wir einen Vorgeschmack auf den Nepalesischen Straßenverkehr, noch war es  ganz lustig und interessant, weil es viel zu sehen gab. Wir verließen Kathmandu auf der Straße in Richtung Pokhara. Für die ersten 50 km bis zum Abzweig nach Dhunche brauchten wir schon mal 4 Stunden. Die Straße war voller LKW’s, dadurch kamen wir nur sehr langsam voran. Nachdem wir die Hauptstraße verlassen hatten, wurde es noch schlimmer. Die Straße war fast nur einspurig befahrbar, Loch an Loch und endlose Kurven, dazu kamen noch nervige Ausweis- und Gepäckkontrollen von der Militärpolizei. Im Dunklen kamen wir  nach 11,5 Stunden und ca. 150 km kaputt und müde an unserem Ziel an. Kaum vorstellbar, dass es sich bei dieser Straße um die einzige Verbindung nach Tibet handelt. Von Jörg und Astrid wurden wir schon erwartet und freudig begrüßt. Schnell noch was Essen und ein Everstbier, dann ab ins Bett, am nächsten Morgen Frühstück um 7:30 Uhr!


Dienstag: 10.10.2017 von Shyaphru Besi 1460 m nach Lama Hotel 2470 m

Gleich die erste Etappe hatte es in sich, wir liefen 14,6 km mit 1010 m Höhenunterschied in 7 Stunden. Wie immer sind wir viel zu schnell los gelaufen, dazu noch die extreme Hitze von mindestens 30 ° C in der Sonne! Unsere beiden „älteren Herren“ vom Vorstand waren sichtlich erschöpft und kämpften mit letzter Kraft bis zu unserem Tagesziel Lama Hotel. Der Ort heißt Lama Hotel, die Unterkünfte waren wie immer.  Zum Glück gab es eine heiße Dusche, wir mussten uns aber sehr beeilen mit dem Duschen, da es dunkel wurde und kein Licht vorhanden war. Das Essen wurde frisch zubereitet und war total lecker, danach sanken wir alle nur noch ins Bett.


Mittwoch: 11.10.2017 von Lama Hotel 2470 m nach Mundu 3514 m

Der 2. Wandertag forderte unsere Kondition erneut heraus, wieder 14,1 km und ca. 1000 m Höhenunterschied, diesmal waren es 8,5 Stunden. Vor dem Ort Langtang Village mussten wir einen gigantischen Gletscherbruch überqueren, welcher durch das Erdbeben abgebrochen ist. Um unser Tagesziel zu erreichen, mussten wir durch Langtang Village, hier sind die gewaltigen Schäden vom Erdbeben immer noch gut sichtbar. Überall bauen die Menschen ihre Häuser wieder auf, alles in mühsamer Handarbeit, das dauert natürlich auch seine Zeit.


Donnerstag: 12.10.2017 von Mundu 3514 m nach Kyanjin Gumba 3852 m

Heute liefen wir nur 5,3 km in ca. 2,5 Stunden, fast gemütlich könnte man sagen, bei strahlender Sonne. Die Höhe spürten wir deutlich, deshalb gingen wir auch langsam. Übrigens teilten wir uns diesmal nur in 2 Gruppen, die Renner und unsere Bummelgruppe. Wir ließen die grandiose Landschaft auf uns wirken, für diese einzigartige Kulisse haben sich alle Strapazen gelohnt. Auch in diesem Ort wird noch sehr viel gebaut. Hier bleiben wir 2 Nächte, da für morgen ein fast „5000-er“ Berg auf dem Plan steht. Wir trinken unseren Tee und Essen zu Mittag, danach wird ein Erkundungsgang gemacht. In der Käserei haben wir Yak-Käse gekauft, sehr lecker. Die Erkundungstour überschritt die 4000-er Höhengrenze, daher entschieden Hardy und ich umzukehren, um uns lieber ein wenig auszuruhen. Nicht unerwähnt bleiben soll der persönliche Kontakt zwischen Tim und einem Bergbauern. Tim hatte den Bauern beim Herstellen von Briketts aus Tiermistfladen beobachtet und fotografiert. Der Bauer sammelte zuerst die frischen Fladen ein und brachte sie mit der Hand schön in Form. Anschließend werden die Briketts in der Sonne auf Steinen getrocknet. Nach dem Foto wollte der Bergbauer unbedingt das Foto sehen, dabei fasste er zuerst Tim an und nahm anschließend auch noch den Fotoapparat in die Hand, Mahlzeit.


Freitag: 13.10.2017 Kyanjin Gumba 3852 m

Heute beginnt der Tag für die Gipfelstürmer schon sehr früh. Noch vor Sonnenaufgang, um 6 Uhr ist Abmarsch Richtung Tserko Ri, 4984 m hoch. Der Aufstieg war lang und anstrengend. Von 9 Gipfelstürmern aus unserer 13-köpfigen Gruppe erreichten 6 Bergfreunde den Gipfel Tserko Ri mit fast 5000Hm. Gratulation noch mal an dieser Stelle. Die Gruppe wurde erfolgreich von Ganesh, Santos und einigen Trägern begleitet. Gegen 16 Uhr waren dann die letzten wieder im Basislager. Zur Stärkung wurde in die nahe liegende Bäckerei eingerückt und leckerer Kuchen verzehrt. Die im Basislager verbliebenen Bergfreunde sind in ein Hochtal aufgestiegen und erreichten eine Höhe von 4200 m, dort wurde dann umgekehrt. Der Abend war nach so einer Anstrengung auch sehr kurz, 19:30 Uhr Zapfenstreich.


Samstag: 14.10.2017 von Kyanjin Gumba 3852 m nach Lama Hotel 2470 m

Die mühsam erreichten Höhenmeter geht es heute wieder zurück bis nach Lama Hotel. Eine unserer längsten Tagesetappen mit 19 km. Bei sehr schönem Wetter besuchten wir unterhalb des Ortes Kyanjin Gumba eine sehr schöne Stuba und eine für die Erdbebenopfer errichtete Gedenkstätte. Dort legten wir dann unsere Blumenkränze nieder, die uns Ganesh zur Begrüßung geschenkt hatte. Hinter Langtang Village überquerten wir wieder den Gletscherabbruch, der im Jahr 2015 den gesamten Ort verschüttet hatte. Der Gletscher verändert ständig seine Eismoränen und wir waren heilfroh, als wir ihn endlich hinter uns hatten. Einige Bergfreunde mussten anschließend ihr Mittagessen im Schatten zu sich nehmen, die Sonne meinte es zu gut. Nach 8 Stunden erreichten wir an diesem Tag unser Ziel. Eine nette kulturelle Einlage zum Abendessen gab es von einer Französischen Trekkinggruppe, die gemeinsam mit ihren Führern und Trägern musizierten.


Sonntag: 15.10.2017 von Lama Hotel nach Thulo Shyaphru 2250 m

Nach einer angenehm verbrachten Nacht in geringerer Höhe soll es heute weiter talwärts gehen. Eine lange Mittagspause wurde beim Hotspring Hotel gemacht. Hier wurde dem Körper neue Energie zugeführt, denn der Weg führte uns erstmal noch sehr viel weiter Berg ab, um danach erneut steil bergauf zu steigen. Ganesh hatte uns für heute eine warme Dusche versprochen, wir konnten es nicht so richtig glauben, denn er machte oft seine Späßchen mit uns. Doch bevor wir in unserem Quartier ankommen sollten, waren noch einige Schwierigkeiten zu überwinden. So mussten wir eine extrem lange und hohe Hängebrücke passieren, um auf die andere Talseite zu gelangen. Das verlangte besonders unserer Sabine sehr viel Mut und Überwindung ab. Aber es ist alles gut gegangen. Endlos weiter zog sich der Weg durch das Bergdorf, in dem unser Hotel sein sollte. Ziemlich erschöpft kamen wir am späten Nachmittag an unserem Tagesziel an. Und tatsächlich, Ganesh hatte uns nicht zu viel versprochen! Das Hotel befand sich in aussichtsreichster Lage, die Zimmer waren zwar sehr klein, aber es gab ein eigenes kleines Badezimmer mit warmer Dusche und WC, purer Luxus nach den letzten Tagen. Das Essen war wie immer total lecker. Zum Thema Essen: Es muss an dieser Stelle mal erwähnt werden, Thomas bekommt zu jedem Essen von Ganesh eine Chilischote recht scharfen Kalibers. Dies führte in der vergangenen Nacht zu einem sehr unangenehmen Brennen beim PP-Gang. Danach waren Conny’s Feuchttücher aufgebraucht. Wir haben uns köstlich amüsiert, als Conny das zum Besten gab.


Montag: 16.10.2017 von Thulo Shyaphru 2250 m nach Chyolangpati 3654 m

Abmarsch war wie immer, heute sollte eine sehr schwierige Etappe mit einem Höhenunterschied von 1400 m bewältigt werden.  Nun ja hilft ja nichts – wir wollten es so. Wir liefen durch viel Wald, der sich anfangs immer wieder mit Wiesen abwechselte. Bei ungefähr 3000 m Höhe haben wir Mittagsrast gemacht, schnell wurden die kleinen dreckigen Kinder ein wenig geputzt für den unerwarteten Besuch. Das Essen wurde für uns frisch zubereitet. Das dauerte eine Weile, aber inzwischen haben uns die Kinder recht gut unterhalten. Danach setzten wir unseren Aufstieg fort, die Gruppe riss schnell auseinander, denn es ging wirklich mächtig zur Sache. Aber auch die Bummelgruppe kam irgendwann an, da saßen die ersten bereits gemütlich bei Kaffee und Keksen. Es war kalt und ungemütlich, so gingen wir auch sehr schnell nach drinnen und hatten das Glück, dass die Ofenplätze frei waren. Diesen musste die Chefin erst mal anheizen, was mit den riesigen Holzstücken nicht so richtig funktionierte. Zum Glück hatte André noch kräftig Puste und half mit dem Blasrohr ordentlich nach. Mit dem Ergebnis, das es am Ende dann zu heiß war. An diesem Abend gingen wir sehr zeitig zu Bett, das Quartier (wir nannten es Schuppen) war mit Abstand das Schlechteste, wir lagen direkt neben dem Klo, es war einfach grauenhaft, an einen erholsamen Schlaf war nicht zu denken.


Dienstag: 17.10.2017 von Chyolangpati 3654 m nach Gosain Kund 4380 m und zurück bis Chandanbari 3330 m

Wieder erwartet uns ein sehr anspruchsvoller Tag, um 4:45 war Wecken, anziehen, alles einpacken, das Gepäck blieb vor Ort. Gegen 5:30 gab es einen Kaffee oder Tee aber nichts zu essen. Ganesh wollte unterwegs frühstücken, bei diesem Wunsch blieb es dann auch. Um 6 Uhr starteten wir entlang des Pilgerpfades zu den Heiligen Seen über Laurebina in 3910 m immer weiter hinauf, bis es hier nicht mehr höher ging. Dann ein endlos langer Weg immer am Hang entlang, relativ gerade, das Ziel vor Augen kam immer näher. An diesem Tag hing ich richtig durch, keine Kraft mehr. Vielleicht lag es auch am fehlenden Frühstück, jedenfalls konnte ich meinen Rucksack an Santos abgeben und war sehr froh darüber. Gegen 9:30 Uhr waren wir dann am Ziel, den Gosain Kund Seen. In einem gemütlichen Teehaus gab es Kaffee, Tee und Snacks für uns alle. Wir beschlossen, dort später (11 Uhr) auch gleich richtig Mittag zu essen, da wir an diesem Tag noch bis Chandanbari absteigen wollten. Nach der ersten Stärkung gingen wir an den See und zu den Tempeln, jeder für sich oder in Familie, man hing so seinen Gedanken nach, an diesem beeindruckenden Ort der Stille. Wenn im Sommer tausende Pilger am See ihre Rituale zelebrieren, dann ist es sicher nicht so still wie jetzt, aber bestimmt auch sehr interessant. Nach dem Mittagessen ging es den gleichen Weg zurück, jetzt fiel es allen leichter, vielleicht war auch ein Großteil der Anspannung weg, da das Hauptziel der Tour geschafft war. Am Schuppen nahmen wir und unsere Träger das dort zurückgelassene Gepäck wieder auf, nun ging es nur noch bergab. Unser heutiges Quartier war ganz in Ordnung, aber nur kaltes Wasser zum Duschen. Nach dem Essen sind alle erschöpft und müde von den Anstrengungen der letzten Tage ins Bett gesunken. Der Gedanke, dass morgen schon der letzte Tag in dieser herrlichen Natur sein sollte,  bevor es wieder zurück in die Zivilisation (mit Handyempfang, Lärm, Staub, Shopping usw.) ging, stimmte manchen schon ein wenig traurig.


Mittwoch: 18.10.2017 von Chandanbari 3330 m nach Dhunche 1960 m

Knappe 8 km trennten uns nur noch von der Zivilisation. Der letzte Abstieg war noch einmal sehr steil und steinig. Unterwegs stärkten wir uns mit dem in Chandanbari gekauften Yakkäse, der ausgezeichnet schmeckte. In den Wäldern, sahen und hörten wir wieder viele Affen (Languren), sie zu fotografieren war leider ziemlich schwierig, da sie sich sehr gut in den Bäumen verstecken. Der Ort Dhunche, Ausgangs- und Endpunkt für Expeditionen ins Langtang Tal, liegt an der einzigen Hauptstraße nach Tibet. Wer hier Asphalt sucht, sucht vergeblich. Die Straße ist mehr oder weniger eine Holperpiste und je nach Witterung staubig oder schlammig sowie meist auch nur einspurig befahrbar. Hier gibt es eine Mineralwasserfabrik, diese war gerade wegen des Feiertags geschlossen. Die wichtigsten vier Feiertage der Hindus in Nepal waren in vollem Gange. Heute war der 2. Feiertag, der Tag des Hundes. Unterwegs begegneten uns viele Hunde, die mit Blumenkränzen und roter Farbe geschmückt waren. Gegen Mittag erreichten wir unser Hotel, nun ja, es war wieder einmal ein Schock, den einige sofort mit einem (oder mehr) Everestbier wegspülen mussten. Nach dem Mittagessen hat sich jeder noch mal auf die Beine gemacht, um den Ort und die Geschäfte anzusehen. Es war jedoch recht enttäuschend, es gab nicht einmal eine Postkarte. Der Nachmittag zog sich hin, vor langer Weile machten sich einige über die von Ganesh vorbereiteten Rauchwaren her. Dazu zog man sich auf die Dachterrasse zurück. Das allgemeine Fazit lautete „man merkt nichts“, Spaß hat es trotzdem gemacht. Abends stand noch ein wichtiger offizieller Termin an, die Verabschiedung unserer Träger und Führer. Nach der Dankesrede unseres Profis wurde jedem Träger zum Dank, zusätzlich zum Verdienst, ein angemessenes Trinkgeld überreicht. Jeder wurde persönlich mit den besten Wünschen für die Zukunft und Gesundheit, verabschiedet. Sie haben sich alle riesig gefreut. Vor allem, dass sie am nächsten Tag, rechtzeitig zum Festival, wieder heim zu ihren Familien konnten.


Donnerstag: 19.10.2017 von Dhunche 1960 m nach Kathmandu

Nach dem Motto, eine Busfahrt die ist lustig eine Busfahrt tut nicht weh. Die Rückfahrt erfolgte über eine andere, kürzere Straße nach Kathmandu. Es waren ca. 120 km. Heute war der 3. Feiertag, der Tag der Kuh. Unterwegs sahen wir dann auch geschmückte Kühe am Straßenrad. Wegen der sehr vielen Kurven und sehr holprigen Straßenführung wurde das Mittagessen auf Kathmandu verlegt, es wäre doch schade, das Vegetable unterwegs zu verlieren. Gegen 15 Uhr kamen wir in Kathmandu an. Nach dem Einchecken im Tibet Peace Inn Hotel freuten wir uns auf eine warme Dusche. In der Stadt herrschte wegen des Festivals großer Trubel. Alles war wunderschön und bunt geschmückt. Vor vielen Hauseingängen lagen kleine Bilder mit gefärbten Reiskörnern, Blumen, Kerzen und Obst. Überall hörte man Musik, die Kinder zogen durch die Straßen und sangen vor den Häusern. Fast alle verfielen dann dem Einkaufsrausch der Stadt. Die erfahrenen Nepalfahrer waren da etwas entspannter.


Freitag: 20.10.2017 Kathmandu

„Buddhismus ist eine Philosophie keine Religion“

Heute ist der 4. und wichtigste Feiertag des Hindufestivals – der Tag an dem die Brüder ihre Schwestern ehren. Für uns steht erst mal die Stadtbesichtigung auf dem Plan. Harri unser Stadtführer begleitet uns. Wir besuchten zuerst den Affentempel, dort gibt es ein Schwimmbecken extra für Affen. Interessant war, wie die Babyaffen darin schwimmen und tauchen und anschließend von ihrer Mutter wieder rausgeholt werden. Danach fuhren wir zum Königspalast und anschließend zum Pashupati Tempel. Dort kann man vom anderen Flussufer bei den öffentlichen Leichenverbrennungen der Hindus zusehen. Wir kannten das bereits von vor 2 Jahren, es war wieder enorm beeindruckend, besonders unsere Neulinge kamen aus dem Staunen nicht heraus. Aber Harri trieb nach einer Weile dezent zum Weitergehen und so mussten wir uns von diesem Anblick lösen. Unsere letzte Station war die große Boudha Stuba. Diese konnten wir vor 2 Jahren nicht besichtigen, da sie vom Erdbeben beschädigt war. Mittlerweile ist alles wieder wunderschön hergerichtet. Es war ein großartiges Erlebnis, rings herum herrscht ein ziemlicher Trubel, die Stuba ist eine der größten Touristenattraktionen von Kathmandu. Es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken, doch leider reicht die Zeit nie aus. Der Höhepunkt an diesem Abend war das gemeinsame Essen mit Ganesh und seiner Familie in einem typischen Nepalesischen Restaurant. Hier noch mal ein Dankeschön an Ganesh, der uns dazu eingeladen hatte. Zurück im Hotel klang auch dieser Abend in gemütlicher Runde aus.


Samstag: 21.10.2017 Kathmandu und Flug nach Dubai

Heute konnten wir mal ausschlafen, unsere Zimmer mussten wir erst um 10:00 Uhr verlassen. Es standen schon wieder neue Gäste vor der Tür. Wie wir feststellen konnten, läuft das Hotel sehr gut. Wenn Ganesh nicht auf Trekkingtour ist, arbeitet er in diesem Hotel an der Rezeption. Nun begann für uns eine lange Wartezeit, die jeder nach seinem Geschmack verbrachte. Die letzten Rupien mussten ja auch noch unters Volk gebracht werden, also gingen wir mal wieder einkaufen. Tücher, Mützen, T-Shirts und Jacken für die Kinder, kleine Andenken… Am späten Nachmittag trafen wir uns alle zu einem letzten gemeinsamen Essen. Danach folgte die offizielle Verabschiedung von Ganesh, es war wieder sehr emotional. Um 23:00 Uhr startete unser Flugzeug Richtung Dubai, wir freuten uns alle auf zu Hause.


Sonntag: 22.10.2017 Dubai und Weiterflug nach Prag

Hier gibt es nicht viel zu berichten. Wir verbrachten mehrere Stunden im Flughafen Dubai mit Schlafen, Essen, Kaffeetrinken und warten. Um 13:00 Uhr landete unser Flieger dann endlich in Prag, gegen 18:00 Uhr waren wir wieder zu Hause in Berlin. An dieser Stelle noch einmal ganz lieben Dank an die Organisation von Thomas. Dankeschön an unsere Träger und Trekkingführer, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. Danke an alle für die wunderschönen gemeinsamen Tage in Nepal von Christina und Hardy.


Für die Bergfreunde, die es genau wissen wollen sind hier die GPS Daten zusammengetragen und in zwei Tabellen dargestellt. Sicher werdet Ihr Euch fragen, weshalb zwei Tabellen. In der ersten Tabelle sind die direkten Aufzeichnungen meines GPS Gerätes, die zweite Tabelle stellt die gleiche Tour in Basecamp dar. Wie Ihr feststellen könnt, gibt es da Differenzen! Wie diese zu Stande kommen ist unklar. Zum Vergleich sind auch unsere Tourenergebnisse aus den Jahren 2013 und 2015 am Ende dargestellt. Hardy


NEPAL 2017

Die Region Langtang im Wiederaufbau

EIN NEUES LEBEN

Im April 2015 zerstörte ein Erdbeben weite Teile Nepals und machte das Langtang Tal für Bergtouristen unzugänglich. Am Langtang Khola, so heißt der Fluss der reißend zu Tal rauscht, herrscht nun wieder Aufbruchstimmung. Das Langtang gehört zu den beliebtesten Trekking – Destinationen Nepals. Die schlimmsten Zerstörungen richtete das Erdbeben am 25. April 2015 hier an. Das einminütige Beben und die Nachbeben machten aus dem Tal eine sprichwörtliche Schneise der Verwüstung. Die im Trockenbau errichteten Häuser fielen in sich zusammen, Felsbrocken von der Größe eines Gartenhauses krachten zu Tale, es brach, riss, bröckelte, rieselte und walzte zu Tal, was die Berge nicht halten konnten. Felsen, Geröll – und Schneemassen verschütteten Wegabschnitte oder rissen sie mit sich, sie zertrümmerten Brückenpfeiler und ließen die Stahlseile der Hängebrücken wie ausgefranste Lampendrähte zurück. Insgesamt forderte das Beben in Nepal 8800 Menschenleben. Im Langtang Tal starben mehr als 500 Menschen. Der tragischste Ort ist das Dorf Langtang. Am Tag des Bebens hat eine bis zu 30m dicke tödliche Mischung aus Schnee, Eis und Geröll 175 Menschen und 22 Häuser unter sich begraben. Sie liegt auch heute noch wie eine graue, schalldichte Decke über der Szenerie. Über das Dorf gehen. Auch wir setzten behutsam einen Fuß vor den anderen über dieses Lawinenfeld. Es fühlte sich nicht gut an. Doch das Leben geht weiter, direkt oberhalb des Lawinenfeldes in Langtang Village. Es war eine Akkumulation von vier Ereignissen, die das angerichtet hat. In einer Seitenmoräne des Langtang Lirung ( 7234 m) ging eine Lawine los, führte zum Eissturz, beides traf auf das Geröll einer Erdmoräne und diese Masse stürzte über die Felsstufe hinab. Mit der Luft verwirbelt, hat das zudem eine gewaltige Druckwelle erzeugt. Deren Auswirkungen sind noch heute bis 5 km talauswärts zu sehen. Die Seitenhänge sind übersät mit Totholzstämmen. Die Druckwelle der Lawine hat sie wie Zahnstocher dort hingeworfen. Dank des Einsatzes von Spendengeldern steht das reizvolle Langtang Tal Bergtouristen nun wieder offen.

(Teilweise Auszüge aus der Zeitschrift Bergsteiger 03.2018)


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