Nepalbergtour der Bergpiraten 2015, Teil 1

 

Reisebericht Nepal vom 14.11.2015 bis 29.11.2015

Endlich war es soweit, der lang ersehnte Jahresurlaub konnte beginnen. Hardy und ich, wir sind ganz gemütlich am Samstag, den 14.11.2015 mit dem Zug von Berlin-Südkreuz nach Frankfurt am Main (Flughafen) gefahren. Es war eine sehr angenehme Fahrt, so ruhig wie der Zug durch die schöne Landschaft glitt,  mit herbstlicher Laubfärbung und Sonnenschein. Wir fuhren über Halle, Erfurt, Weimar,  Eisenach, Fulda direkt in den Flughafen in Frankfurt am Main ein. Dort kamen wir gegen 18 Uhr an und wurden bereits von den anderen Mitreisenden erwartet. Unsere Reisegruppe bestand aus 9 Personen (davon 8 Clubmitglieder der Bergpiraten). Astrid und Jörg (in Fortsetzung nur noch Profi genannt), Uli, Gerhard, Katrin und Ingo, Maria (Tochter von Katrin und Enkelin von Gerhard) sowie Hardy und meine Wenigkeit. Das Durchschnittsalter beträgt, dank der Teilnahme von Maria,  ca. 54 Jahre pro Teilnehmer. Nun ging es los mit der Sucherei und endlosen Warterei bis unser Flugzeug dann planmäßig um 21:30 Uhr startete und nach reichlich 6 Stunden in Dehli landete. Alle waren total fertig und kaputt, aber noch waren wir nicht am Ziel, wir  mussten nochmals mehrere Stunden warten, bis dann mittags der Weiterflug nach Kathmandu ging. Dieser dauerte zum Glück nur eine reichliche Stunde. Der Blick auf die grandiose Kulisse des Himalaya mit seinen Achttausendern entschädigte ein wenig für die Anstrengungen der langen Anreise und alle freuten sich auf die kommenden Tage. Da wir auf der verkehrten Seite im Flieger saßen, konnten wir nicht allzu viel sehen, aber bereits das Wenige baute alle auf. („Profi bitte beim Rückflug auf die andere Seite buchen!“) Am Flughafen wurden wir von unserem Freund und Guide Ganesh herzlich mit Blumenkränzen empfangen und ins Hotel gebracht, wo wir endlich gegen 16 Uhr ankamen. Erst mal Zimmer beziehen, frisch machen, auch die trockenen Kehlen! Dabei wurden die Fakten für die Tour besprochen, auch der bürokratische Aufwand kam nicht zu kurz. Jedenfalls um es kurz zu machen, hat uns Ganesh eröffnet, dass die geplante Tour über das Langtangtal zu den Goseikundseen nicht machbar ist, auf Grund Schäden von Erdbeben und Monsun, sowie extrem schwieriger Versorgungslage im Land. Es ist nicht möglich mit 15 Personen (hinzu kamen 2 Guides und 4 Träger) Unterkünfte und Essen für alle zu bekommen. Also schlug er uns als Alternative die Tour zum Annapurna-Base-Camp (ABC in 4.130 m Höhe) vor. Wir stimmten seinem Vorschlag zu, Hauptsache wir können bald in die schöne Natur aufbrechen. Zuvor war für den Montag noch Sightseeing in Kathmandu geplant.

Montag, 16.11.2015

Um 9:30 Uhr wurden wir vom Hotel mit einem Kleinbus abgeholt. Es war wieder derselbe City-Guide wir vor 2 Jahren, mir kam er von den Fotos auch gleich bekannt vor. Der Metzger gegenüber vom Hotel hatte übrigens gerade Frischfleisch auf seinem Tisch liegen! Also eins stand fest, die nächsten 14 Tage wird vegetarisch gegessen. Zuerst fuhren wir zum Affentempel (Patan), von dort sollte es eigentlich einen schönen Ausblick auf die Stadt geben, leider war die Aussicht durch den Smog leicht nebelig. Deshalb sind sehr viele  Menschen mit Atemschutzmaske unterwegs. Ausführlich erklärte uns unser Guide die Bedeutung der verschiedenen Tempel, dass die Buddhisten und Hinduisten sich gegenseitig respektieren und friedlich nebeneinander leben. Dort sah man geringe Erdbebenschäden, was an den historischen Bauten natürlich sehr tragisch ist.  Übrigens wurden in ganz Kathmandu nur ca. 5 % Schäden durch das Erdbeben verursacht, der Rest war vorher schon kaputt. Danach ging es wieder in die Stadt zurück und wir besichtigten den Alten Königspalast mit einem sehr schönen Garten und den Goldenen Tempel. Auf den Wegen zu den Tempeln wurden wir von Ketten- und Mandala-Verkäuferinnen belagert. Jede hatte sich ihr Opfer ausgesucht. Letztendlich half ein deutliches und lautes „Finish“ von Ingo, nun wurden wir nur noch böse angesehen. Danach fuhren wir nach Baktakur, eine riesige eigenständige Stadt. Nach einem vegetarischen Mittagessen besichtigten wir diese alte Stadt, Gerhard machte Bekanntschaft mit einem eifersüchtigen Ziegenbock, wir haben uns bald weg geschmissen vor Lachen. Man sah in dieser Stadt einige Erbebenschäden, in das einfache Leben der Menschen, die eigentlich nur mit Handeln beschäftigt sind, bekamen wir einen ersten Einblick. Eine Müllentsorgung geschweige Trennung kennt man in Nepal nicht. Müll wird in die Ecke gefegt und angebrannt, überall und Alles…  Der Tag neigte sich dem Ende, wir fuhren zu Ganesh ins Büro, dort bekamen wir die letzten Infos zur bevorstehenden Tour und jeder erhielt ein T-Shirt der Agentur mit der Aufschrift „ Du bist nicht allein auf dieser Welt“. Nach dem Abendessen ging es sofort zu Bett, denn am nächsten Morgen sollte um 7 Uhr Start sein.

Dienstag, 17.11.2015 Fahrt nach Pokhara 220 km

Auf Grund der Treibstoffknappheit haben wir den öffentlichen Touristenbus genommen und verzichteten auf einen Kleinbus. Die Straßen waren ohnehin relativ frei, da die meisten Fahrzeuge in kilometerlangen Schlangen vor Tankstellen parkten. Der Bus sammelte uns in der Nähe vom Hotel ein, es sollten jedoch noch gute 2 Stunden bis zur Abfahrt vergehen, denn unser Bus musste noch tanken. Er hatte Wartenummer 40 in der Zeitspanne von 7 bis 9 Uhr. Na das fing ja gut an: Astrid, Katrin, Maria, Hardy, Uli und ich sind dann mit Ganesh ausgestiegen und haben einen Tempel in der Nähe besichtigt. 2 Stunden Warten können ganz schön lang werden, so dass man schon mal die Orientierung verliert und falsch herum um den Tempel laufen will. Immer links herum, wir wurden gleich zurückgewiesen! Nachdem wir genug gewartet hatten, gingen wir auf Verdacht zum Bus und siehe da, es sollte auch gleich losgehen. Unser Bus wurde in die Tankstelle geleitet, ein organisiertes Kaos, viele Leute tummelten sich dort, auch bewaffnete Polizei bzw. Militär. Was dort jeder für eine Aufgabe hat ist unklar, aber es hat jeder eine „wichtige“ Aufgabe. Der Bus bekam seine 100 Liter und wir konnten endlich losfahren. 220 km  bis Pokhara, der Bus kam gut voran. Bald schon war die erste kleine Pause, dann noch ein sehr leckeres Mittagessen am Marsyantifluss. Die Fahrt war sehr interessant, man hatte Gelegenheit das Leben der Leute, die an der Straße leben, zu studieren. An der Straße spielt sich alles ab, Essen kochen, Wäsche waschen, Körperpflege, Geschirr spülen, Waren verkaufen usw., der reinste Wahnsinn. GefeuertHauptstraße und gekocht wird zurzeit überwiegend mit Holz, da es kein Gas gibt. Dazu bauen sich viele kleine Lehmöfen. Gegen 16 Uhr kamen wir dann in Pokhara an, und wurden im gleichen Hotel wie vor 2 Jahren untergebracht. Nach kurzer Lagebesprechung und Infos zur Tour am nächsten Tag, sind einige zum Stadtbummel oder an den See, viel Zeit hatten wir nicht, denn es wurde schnell dunkel. Zum Essen trafen wir uns alle wieder in der Gaststätte, Profi und Ganesh hatten dort bereits ein wenig vorgeglüht. Wieder ging es sehr zeitig zu Bett, am nächsten Morgen sollte ja unsere Tour zum ABC starten.

 

4 Kommentaren

  1. Hervorragender Bericht, Super! Hoffentlich folgt bald die Fortsetzung! Beim Lesen glaubt man regelrecht, dabei zu sein.
    Also – nun auf in`s ABC auf Herzog`s und Lachenal`s Spuren!

  2. Bin erst jetzt dazu gekommen den ersten Teil zu lesen. Ist echt super geschrieben. Sehr interessant auch die Kleinigkeiten am Rande zu erfahren. Habt ihr das wirklich durchgezogen und 14 Tage kein Fleisch gegessen?

  3. Ja, das geht wirklich!.. und es fehlt auch nicht. Alle Essen waren für mich immer sehr lecker zubereitet mit einfachsten Mitteln. Auch die Auswahl ist groß. Ich schicke Dir mal eine Speisekarte dann kannst Du es selber sehen.

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