Auf der „Hohen Liebe“

Traditionell ist sie schon, unsere alljährliche Wanderung auf die Hohe Liebe am Totensonntag eines jeden Jahres. Traditionell auch die Kranzniederlegung am auf dem Gipfel stehenden Denkmal für die verstorbenen oder auch gefallenen Bergkameraden der verschiedensten Bergsteiger- und Kletterklubs aus Sachsen.

Entstanden ist dieses Denkmal nach dem ersten Weltkrieg unter maßgeblicher Beratung und Mithilfe der bekannten Bergsteiger Albert Kunze („Essen-Kunze“) und Oskar Pusch. Die feierliche Einweihung erfolgte 1920 durch Rudolf Fehrmann.

So wanderten auch am 22.11.2015 sechzehn Bergfreunde des KC Bergpiraten zum in 401m Höhe über NN befindlichen Ehrenmal und legten unseren Kranz nieder und gedachten unserer verstorbenen Berggefährten.

Das es immerhin 14 Bergfreunde waren, die den Weg auf die Hohe Liebe fanden ist insofern auch positiv zu werten, als das ein ansehnlicher Teil zur gleichen Zeit im fernen Nepal weilte. Deren Fehlen ist als entschuldbar einzustufen.

Unentschuldigt fehlten: ……! Note 5, Setzen!

Nach der Ansprache des mittlerweile 81jährigen Uli Voigt zogen die Massen wie alljährlich Richtung Dom und wir wie (fast) alljährlich zum Knaben. Dort wurde dann, wiederum traditionell, die Glühwein-Saison eröffnet. Ich wurde von einem Bergfreund gefragt, wie diese „Freiübernachtungsstelle“, also Boofe denn hieße. Nun, das ist die „Knaben-Boofe“, was natürlich fehlinterpretiert werden kann, so als dürften dort nur Knaben nächtigen. Das wäre vermessen und intolerant. Also es ist die „Boofe am Knaben“, was ebenso bescheuert klingt. Man könnte aber auch sagen „Freiübernachtungsstelle am Falkenstein unmittelbar unter dem seiner Westseite vorgelagertem Kletterblock namens Knabe“.

Abends kamen dann von besagtem Bergfreund per E-Mail Bilder an mit der Überschrift: „ In der Boofe am Knabenstein“. Also, geht doch!

Mittlerweile konnte die erste Runde Glühwein genossen werden und der „Duft“ einer kolumbianischen Mafia-Zigarre waberte durch die „Boofe am Knabenstein“ und so erfolgten dann in 5-minütigen Abstand die Hustenattacken von Sieglinde und Karin. Egon ließ es sich nicht nehmen, auch eine tiefen Lungenzug südamerikanischer Freiheit einzuatmen, völlig ohne Nebenwirkungen! Hut ab!

kY1dQ-EECxE39jmrvROonhZMhk4oZ6SlHj7qwsD2RUg (Kopie)

Es wurde nunmehr viel erzählt und die Passagen begannen zumeist mit „Weeste noch…“, erste Quartierbestellungen für Prachau 2016 gingen ein und Jürgen fotografierte die Boofenbesatzung unentwegt, was verständlich ist, denn welch schöneres Motiv kann es geben, als ein Haufen  Glühwein-schlürfender Bergpiraten vor einer verrußten Felswand.

Nachdem das Gesprächspulver verschossen war und erste klitzekleine Schneegriesel durch die Luft fegten, machten wir uns auf den Rückweg nach Ostrau.

Sieglinde und Bert nochmals Dank für den diesjährigen Kranz und dann Berg-Heil bis zur nächsten Klubtour.

Peter

6 Antworten

  1. Achim u. Uli sagt:

    Lieber Peter,
    wie immer, sehr gelungen. Wir sollten einen „Schriftführer “ im Klub ernennen.

  2. Dana & Mario sagt:

    Ja, dass finden wir auch. Leider war es uns dieses Jahr nicht möglich den verstorbenen und gefallenen Bergkammeraden zu bedenken…unser Auto hat uns ein Strich durch die Rechnung gemacht. Schade…schade auch, dass wir den ersten Glühwein verpasst haben.

  3. Profi sagt:

    Einen Gruß in die Ferne Heimat.
    Am Totensonntag haben 9 Bergpiraten am Annapurna Denkmal den toten Bergkammeraden gedacht. In 4130m Hoehe war es auch fuer uns ein erhebendes Gefühl ein Saechsisches Bergheil und ein Berglied erklingen zu lassen.
    Berg Heil
    Profi

  4. Bert sagt:

    Es war ein wunderschöner Tag mit viel „Qualm“ und Nostalgie. Unser Kranz hat, trotz vergessenem „Bendel“ einen „Platz an der Sonne“ gefunden, er ist „unverbaubar“ platziert !!
    an Mario: Das „Zwickauer Taxi“ war nur mit dem Fahrer besetzt und hätte Euch mitgenommen
    Tschüß Bert

  5. Mario sagt:

    Stimmt…verdammt, auf das bin ich garnicht gekommen. Muss ich mir im Hinterkopf behalten.

  6. Peter sagt:

    Das ist schön! Welches Lied wars denn? „Ich will mei Schäpsle ham….“? Und stolz sind wir daheim Gebliebenen ob der Tatsache, mit der Hohen Liebe knapp 10% Eurer ABC-Höhe erreicht zu haben….! Wie war`s im ABC? Da liegt doch noch die Bemmbüchse von Louis Lachenal rum, oder? Bis bald!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.