73. Stiftungsfest 2015 Zirkelstein – Resort

Was war es doch vor ca. sieben, acht Jahren für eine prächtige Idee, das alljährliche Stiftungsfest der Bergpiraten auf den Monat September vorzuverlegen! Jeder erinnert sich, die Stiftungsfeste in vorchristlicher Zeit fanden im November statt – dem Depressions-Monat schlechthin. Deshalb endeten manche auch wesentlich feuchter als heutzutage, da man sich ja im Vorfeld schon in tiefer Melancholie dem „Vorglühen“ widmete… Nun ja, nicht jeder und auch nicht immer 😉 Heute erleben wir herrliche spätsommerliche oder frühherbstliche Kletter- und Wandertage, dass das Herz nur so lacht. So auch heute am 26.September anno 2015 als wir (die Klettergruppe) vor der exorbitanten Schlucht zwischen Kleinem Zschirnstein und dessen Wächter stehen in Erwartung hehrer Gipfelerfolge. ZschirnsteinwächterUnd da steht auch schon der Thomsen an der gegenüberliegenden Ausstiegswand und fädelt freihändig eine Sanduhrschlinge ein. Todesmutig! Fast auf den Tag genau 90 Jahre nach der Erstbesteigung des Zschirnsteinwächters durch Schubert, Kunze und Kopprasch. Laut Kletterführer ist das eine II. Aber Ende September multipliziert man das mit der Anzahl der Gipfelstürmer und teilt es durch 3 (die unten gebliebenen Kameraden), ergibt V!Und dann der herrliche Gipfelausblick, und dann der grausige Abseilring-Ausblick…! Wenn man nur die Öse sieht und zunächst aber keinen Grund mit den aufliegenden Seilenden, weil man sich eben erst wieder weit hinausbeugen muss, das hat mir nie was ausgemacht aber so seit anderthalb, zwei Jahren habe ich da so bissel einen „Moralischen“. Natürlich war auch die Abteilung Wandern wieder aktiv. Diese erwanderte den Großen Zschirnstein, der im Grunde 3 herausragende Eigenschaften aufweist, die ihn immer als lohnendes Ziel ausweisen: Für Wanderfreunde: Der bei entsprechenden Sichtverhältnissen unübertroffene Fernblick ins Böhmische Isergebirge mit dem auffälligen Jeschken-Gipfel. Für Kletterer: Die Südwand, als eine der wenigen Massiv-Routen des Elbsandsteingebirges und natürlich die beiden nicht gerade einfachen Zschirnsteintürme. Für die Geschichtsfreaks: Die Nagelsche Säule der Königlich-Sächsischen Triangulation, ein Messpunkt der 1862 bis 1890 stattgefunden Landesvermessung Sachsen. Das hat mir Wikipedia erzählt!Gr. Zschirnstein

Aber nun zum Stiftungsfest: Wenn ich mich nicht verzählt habe, waren es sage und schreibe 38 Bergpiraten (einschließlich Ex- Bergpiraten und Gästen), welche zur Festivität in Schöna eintrafen. Eröffnungsrede von Profi: Prägnant, ausdrucksstark erklärt er der lauschenden Menge die Wesensart der Bergpiraten und verteilt Hausaufgaben. Dann geht es an die Planung der Klubtouren 2016. Hier müssen meiner Meinung nach die Bergpiraten etwas aktiver werden. Die Vorschläge kommen von zwei bis vier Leuten, dass entspricht bei 44 Mitgliedern der Note Ungenügend! Nichtsdestotrotz gibt es wieder schöne und spannende Ziele fürs kommende Jahr. Nach Abschluss der ins Fest integrierten JHV wurde dann offiziell das 73. Stiftungsfest der Bergpiraten für eröffnet erklärt. Ja, was soll ich nun schreiben. An Tisch 1 saßen …. und unterhielten sich, an Tisch 2 saßen…. und tauschten sich aus, an Tisch 3 saßen… und debattierten und an Tisch 4 saßen…. und sprachen miteinander. Im Tanzbereich stand ein Beamer + PC wo schöne Erinnerungsbilder an die Wand geworfen wurden. Vielleicht können wir das nächste Mal die Tischordnung wieder als eine Art Tafel zusammenstellen ?!? Und mit etwas Musik das Tanzbein schwingen – das kann JEDER Bergpirat und JEDE Bergpiratin hervorragend. Das behaupte ich mal! Und zwei drei Mitglieder und MitgliederInnen könnten den einen oder anderen Sketch austüfteln zur kulturellen Bereicherung des Abends. Und – lieber Vorstand, nicht nur Zammhaltn, auch Singen muss wieder gefördert werden! Es gibt ja alle Stimmlagen im Verein – das kriegen wir wieder hin. Im Verlaufe des Abends gab es dann noch einen wunderschönen Bilder-Vortrag von Profis und Astrids Kampf am Cotopaxi. Im Nachhinein nochmal Hut ab vor diesen Leistungen! Wie immer an Stiftungsfest-Abenden gab es reichlich Speis und Trank. Manche meinten unter vorgehaltener Hand, das Essen wäre etwas knapp ??!! 26.9.15Alk- und Nichtalkoholika waren definitiv ausreichend vorhanden und ich meine es war ein gemütlicher, schöner Abend im Freundeskreis. Es ging, glaube ich, allgemein etwas eher zu Bett als sonst, zumindest waren keine Nachtsitzungen bis früh um Vier zu vermelden. Das hatte auch den Vorteil, dass gegen 6:00 Uhr in der Früh sicher die meisten schon wieder fit genug waren, den morgendlichen Alarm ohne Nebenwirkungen zu überstehen. Irgendeiner muss da fasziniert gewesen sein vom Anblick dieses kleinen, runden und blinkenden Ufo`s an der Zimmerdecke… Ja, der Fortschritt macht vor niemandem halt!Interessant war aber die Reaktion der Bergpiraten: Es ist also Großalarm aber keiner macht sichdie Mühe, zum Sammelpunkt zu hetzen, sondern man versucht mit Abbau des Ufo`s und der Trennung von der Energiezufuhr dem Krach ein Ende zu bereiten und sich entweder der Frühstücksvorbereitung hinzugeben oder eben wieder ins Bett zu kriechen. Gefährlich leben sie, die Bergpiraten. Hätte ja auch ein hübsches Feuerchen sein können, oder? Ein ausnehmend reichliches Frühstück erwartet uns und so nach und nach begeben sich die Truppenteile wieder in Richtung Heimreise. Wir, also insgesamt 11 Mann (Frau) begeben uns noch auf eine entspannte Waldwanderung zur Ziska-Quelle mit anschließendem Mittagessen in der Waldgaststätte. So fand das 73. Stiftungsfest seinen Abschluss und ich glaube, es hat allen gefallen und man freut sich sicher bereits auf`s 74. Fest im gleichen Ambiente und Gelände.

Einen herzlichen Dank an die Organisatoren und ein Berg-HeilPDW

Peter

 

6 Antworten

  1. Mario sagt:

    Nach den ersten zwei Sätzen wußte ich sofort, dass der Bericht von Peter Weinhold ist. Super geschrieben und sehr lustig. Ich gebe Dir recht, man sollte auch mal ein Programm vorbereiten. Bei ausreichender Menge Alkohol kann man mich sicherlich auch mal tanzen sehen.

  2. Achim u. Uli sagt:

    Danke Peter, wie immer super! Beim Zusammenstellen der Tische hätten die Sitzplätze nicht ausgereicht, das hatte ich schon in Arbeit.

  3. Hardy Grohmann sagt:

    Auch wir sind der Meinung, es war ein schönes Stiftungsfest und kann jederzeit mit weiteren kulturellen Beiträgen bereichert werden. Das das Essen zu knapp war kann ich nicht bestätigen, wir haben zu Schluß noch einen reichlichen Mitternachssnak zu uns genommen. Es war noch reichlich von allem da 🙂 Berg Heil Hardy und Christina

  4. Peter sagt:

    Also uns hat`s gelangt…! Das Essen!
    War ja auch nur unter vorgehaltener Hand von ein paar Leuten… und auch nicht exorbitant kritisch. Also, keine Sorge – allet jut!
    Tischanordnungsvorschläge wurden auch schon bestätigt, d.h., der Versuch, es so zu gestalten, wurde schon getestet. Gruß Peter

  5. Chris sagt:

    Lieber Peter, echt schöner Bericht und komplett gelesen – Du hast mich auf eine kleine Reise der Bergpiraten mitgenommen – selbst Kindheitserinnerungen wurden wachgerufen. Vielleicht klappt es bei einem nächsten Stiftungsfest mal wieder als Ex-oder auch Kindheits-Pirat wieder dabei zu! LG Chris May (eher bekannt als Stenzel 🙂

  6. Peter sagt:

    Hallo Christiane (Chris),
    da würde ich mich (und natürlich alle die Dich kennen, auch) sehr freuen!
    Danke für die lieben Zeilen.
    Gruß Peter

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